La Palma: Land und Leute
Das drittkleinste Eiland der Kanaren wird von den Einheimischen liebevoll Isla bonita, “schöne Insel”, genannt. Und diesen Beinamen macht ihr keine der Nachbarinseln streitig: La Palma beeindruckt durch eine unglaublich vielfältige Natur.
Saftig grüne Bananenplantagen, Lorbeer- und Kiefernwälder, Vulkanberge mit alpinen Höhen, tiefe Schluchten und felsige Küsten werden von einem ganzjährig milden Klima verwöhnt. Zudem konnte sich auf La Palma eine traditionelle Architektur und bäuerliche Lebensweise erhalten. Hier finden die Besucher Ruhe und Gemütlichkeit, wie sie die Palmeros mit ihrer überaus gelassenen und entspannten Einstellung vorleben. Faul im schwarzen Sand liegen und baden ist an Stränden wie der Playa de Puerto Naos im Westen und der Playa de los Cancayos im Osten möglich.
Doch am besten erschließt sich die Schönheit und Einzigartigkeit La Palmas, wenn man die Insel aktiv erkundet - zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Die zerklüfteten Hänge des Cumbre-Gebirges und der weite Vulkankessels Caldera de Taburiente lassen die Urkräfte erahnen, die hier bei der Erschaffung der Insel am Werke waren. Unvergesslich ist der Augenschmaus im Frühling, wenn die Täler in zartem Blütenschmuck erstrahlen.
Von einem ehemaligen Sonnen- und Mondkult der Ureinwohner künden die jahrhundertealten Höhlenzeichnungen in der Cueva de Belmaco.
Palmerischer Wein wurde im 16. Jh. bis an den englischen Königshof geliefert. Heute jedoch bestellen die Weinbauern nur noch kleine Felder im Norden der Insel. Angebaut wird vor allem Rotwein, aber auch Weißwein und der bekannte Likörwein Malvasia. In Bars und Restaurants kommen die einheimischen Weine als Vino del pais auf den Tisch.
Sport bedeutet auf La Palma vor allem Wandern und Mountainbiking, denn die Insel gilt wegen ihrer abwechslungsreichen grünen Landschaft als das Wanderparadies schlechthin. Das Wegenetz ist relativ gut, nur bei wenig begangenen Wegen können die Markierungen einmal fehlen. Wer nicht allein aufbrechen möchte, kann an organisierten Wander- und Radtouren teilnehmen. Vor allem die anspruchsvolle Wanderung auf den Cumbe sollte man lieber mit einem ortskundigen Führer unternehmen. Freizeit-Radfahrern wird auf La Palma angesichts der vielen Höhenmeter schnell die Puste ausgehen, Sport- und Mountainbiker jedoch fühlen sich auf den kurvenreichen Straßen in toller Landschaft meist ausgesprochen wohl. Eine gute Kondition ist auf jeden Fall Voraussetzung für ungetrübten Bikespaß.
Wer die Gewässer rund um die Küste unter Wasser erkunden möchte, findet in Puerto Naos, Puerto de Tazacorte im Westen und Los Cancajos im Osten Tauchanbieter und -schulen. Das schönste Tauchrevier liegt an der Südspitze der Insel, wo faszinierende Lavaformationen den Meeresboden bilden. Die Strände auf La Palma sind meist kleine, ursprüngliche Buchten, die wild-romantisch von Felsen geschützt werden. Der beliebteste Strand ist die Palya de Puerto Naos, an der es auch verschiedene Freizeit- und Sportangebote gibt. Puerto Naos an der Westküste und Los Cancajos im Osten bieten.
Nachtschwärmern zahlreiche Kneipen und Bars, um den Tag gemächlich ausklingen zu lassen. Direkt am Meer liegt beispielsweise das La Moncloa in Puerto Naos mit einer idyllischen Freiluft-Terrasse, das El Pulpo am Lavastrand von Los Cancajos serviert in gemütlichem Ambiente frischen Fisch und Wein vom Fass. Die Discos Lago oder Guaran füllen sich in der Regel erst nach Mitternacht. Die größte Auswahl an Clubs und Discotheken findet sich in Los Llanos de Aridane. Das sakrale Ambiente der Basilica El Convento im Zentrum ist ein echter Hingucker, weitere beliebte Discos sind Galaxia und Aquarius. In der Hauptstadt Santa Cruz findet das Partyleben im Sommer meistens unter freiem Himmel, in Parks und auf Plätzen statt. Stimmungsvolle Bodegas und kleine Bars rund um den Hafen laden dazu ein, den Abend ansprechend zu beginnen.
Kulinarisch ist das Angebot sehr vielfältig: In den Urlaubsorten und der Hauptstadt findet man von kleinen Lokalen und Tapas-Bars bis zu eleganten Restaurants beinahe alles. Einen Besuch wert ist beispielsweise das liebevoll restaurierte Herrenhaus La Casona de Argual in Los Llanos, das in einem stilvollen Ambiente raffinierte Gaumengenüsse serviert. Gute Fischrestaurants gibt es beispielsweise in den Hafenstädten Puerto Espìndola und Tazacorte. San Andrés im Nordosten gilt als schönstes Dorf der Insel: Es hat fast vollständig seine im 16. und 17 Jh. erbaute Altstadt erhalten, die vom ehemaligen Reichtum durch Zuckerrohranbau zeugt. Hier sind noch viele Gebäude im Kanarischen Stil zu sehen, einer lokalen Variante des Baustils der Araber, der auch nach der Rechristianisierung in Spanien erhalten blieb. Diesen Mudéjar-Stil führten andalusische Einwanderer ein. Charakteristisch sind kubische, weiß gekalkte Hauser mit reich ornamentierten Balkonen aus Holz. Je mehr Holz an einem Haus verarbeitet war, desto reicher präsentierte sich sein Besitzer, denn Holz war auf den Kanaren immer ein kostbarer Rohstoff.
Zu den schönsten und lebendigsten Kulturgütern der Insel gehören die vielen Feste und Bräuche: Im Sommer begeht jede Stadt und jedes Dorf mit ausgiebigen Feierlichkeiten, viel Musik und gutem Essen den Tag des Schutzheiligen. Beinahe jede Woche findet in einem anderen Ort ein solches Patronatsfest statt, das in der Regel mit einem sehenswerten Feuerwerk beendet wird. Doch der Höhepunkt eines jeden Festjahres ist der Karneval, der vor allem in der Hauptstadt Santa Cruz mit lateinamerikanischen Rhythmen, aufwändigen Kostümen und fantasievollen Beiträgen ausgiebig gefeiert wird.
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