Sport- und Freizeitangebot auf La Gomera
La Gomera ist die zweitkleinste Insel der Kanaren und ist bis heute von dem Massentourismus, wie er auf Teneriffa und Gran Canaria Einzug hält, verschont geblieben. ‘, ‘ Die Insel wurde über Jahrmillionen durch Erosion in eine Vielzahl von Schluchten zersägt und bietet ein abwechslungsreiches Landschaftsspektrum, das von einer kargen Berglandschaft, vegetationsreichen Küstenstreifen, Plantagen, fruchtbaren Tälern bis zu dem immergrünem Regenwald reicht. Die bezaubernde Landschaft und das herrschende, subtropische Klima machen La Gomera besonders für Naturliebhaber und Erholungssuchende interessant. Bekannt ist die Insel aber auch für ihr vielfältiges Sport- und Freizeitangebot, so dass diejenigen, die die Abwechslung lieben, voll auf ihre Kosten kommen.
So zum Beispiel beim Wandern! Die wilde Landschaft La Gomeras ist sehr gut mit Wanderwegen erschlossen und bietet den einen oder anderen Höhepunkt. Zweifellos gehört der Nationalpark Grajona im Zentrum der Insel dazu. Einmal dort gewesen, fühlt man sich in eine märchenhafte Welt versetzt. Die Bäume werden mit leuchtenden Farnen und schimmernden Moosen umkleidet und wirken mit ihren lederartigen Blättern, wie Geschöpfe einer anderen Welt. Zumeist wird der Park unter Einfluss der Passatwolken in Nebel eingetaucht, so dass die Kulisse von blühenden Wiesen, riesigen Farnen und plätschernden Wasserfällen erst recht märchenhaft anmutet. Garajonay beherbergt auf die größte Artenvielfalt an Lorbeerbäumen, die einst den ganzen Mittelraum bedeckten. Der Park macht nur noch ein zehntel der Inseloberfläche aus und wurde von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt. Auf jeden Fall ein Muss, wenn man sich ohnehin in das weit verzweigte Netz an alten Verbindungswegen in Mitten von Schluchten und Steilhängen begibt, die sich mit dem immergrünen Regenwald abwechseln.
Wer auf seiner Wandertour Appetit verspürt, sollte, einem weiteren Höhepunkt entgegen, den Ort Barranco Argaga im Süden ansteuern. Dort liegt in einer tiefen Schlucht gelegen der vielfältigste tropische Fruchtgarten Europas. Mehr als 160 tropische und subtropische Fruchtbäume werden in Argara angebaut. Von der bekannten Avocado bis zu japanischen Wollmispel wächst hier nicht nur alles, sondern darf auch probiert werden.
Ein wenig gestärkt bietet sich von dort ein Abstecher zu der nahe gelegenen Schweinebucht an, einem Küstenstreifen der vom Land aus kaum sichtbar ist. Den Namen erhielt dieser Küstenstreifen von den Deutschen. Seit den 70er Jahren leben hier nämlich einige Deutsche ihren Traum von Freiheit und Abenteuer aus.
Ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer erleben Sie aber auch, wenn Sie den 1.250 Meter hohen Tafelberg am Rande des Ortes Chipude besteigen. Er erhebt sich wie ein großer Alter über die Insel und bietet einen tollen Ausblick zum Grajonay und in Richtung Süden. Es wird vermutet, dass der Tafelberg den Ureinwohnern als Kultplatz diente und Rückzugsort für die Einheimischen gewesen ist, als spanische Eroberer die Insel stürmten. Der Ort Chipude ist im Übrigen eine der ältesten Siedlungen der Insel.
Kulturinteressierte sollten sich ohnehin nicht die Siedlungen und Gemeinden La Gomeras entgehen lassen, denn sie tragen traditionsreiche Spuren des urtümlichen Lebens. Sehenswert ist die mitten im Lorbeerwald gelegene Siedlung El Cedro, die aus wenigen Natursteinhäusern besteht. Die hungrigen Wanderfreunde allerdings finden ohnehin meist hierher, denn in diesem Ort befindet sich das einzige Lokal weit und breit. Frische Salate und die inseltypische Brennesselsuppe werden hier aufgetischt. Im Norden hingegen liegt die kleinste Gemeinde der Insel und präsentiert sich als der pittoreskeste Ort La Gomeras. In Agulo kann man durch verwinkelte Gassen schlendern und auf die kolonialen Bürgerhäuser mit ihren kleinen Holzbalkonen schauen. Glück hat man, wenn man eine Woche vor Ostern den Ort besucht, denn dann findet die berühmte Fiesta San Marco statt. Immer dann springen junge Männer des Ortes über hochgestapelte, brennende Wacholderscheite. Damit wurde früher die Männlichkeit nachgewiesen. Aber auch Gesänge mit afrikanischen Rhythmen zeugen von der Lebendigkeit der Tradition.
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie die lebenslustigen und stolzen Gomeros beim Pfeifen beobachten. Gomeros verfügen nämlich über die weltweit einzigartige Pfeifsprache „El Silbo“, mit der sie sich früher von Steilhängen über weite Kilometer unterhalten haben. Diese einmalige Kommunikationsform ist heute sogar Pflichtfach in der Schule. Tradition wird also groß geschrieben und unterscheidet sich von der Kultur des Festlandspaniers. Kein Flamenco, auch kein Stierkampf, nein, die Kultur La Gomeras wird durch Salsa und Merengue bestimmt.
In Bewegung gerät man auf La Gomera aber nicht nur beim Tanz. Das zahlreiche Angebot an sportlichen Aktivitäten kann sich sehen lassen. So gibt es für Taucher vor den Küsten sehr viel zu erleben, denn die artenreiche Unterwasserwelt des Atlantischen Ozeans ist hier noch intakt. Ganz egal ob Profi oder Anfänger, in den Genuss kann jeder kommen, denn es gibt auch Tauchschulen. Vorzugsweise findet man diese im Hotel Jardin Tecina an der Playa de Santiago oder in La Playa im Valle Gran Rey. Dort verbringen übrigens die meisten Touristen ihren Urlaub, denn hier konzentriert sich auch das Angebot für Sportbegeisterte. So kann man sich von hier aus auch einer Segeltour anschließen und die Nachbarinseln El Hierro und/oder La Palma erkunden. Oder man unternimmt eine drei- bis vierstündige Tour auf einem umgebauten Fischerboot auf den Atlantik, von dem man aus Delphine und Wale bewundern kann.
In den Sommermonaten werden die Erkundungen auch schon mal von Schildkröten, kleinen Haien, fliegenden Fischen und Meeresvögeln begleitet. Ein tierisches Erlebnis ist auch der nahe gelegene Esel-Park, der sich hauptsächlich dem Schutz und der Züchtung von Eseln und Maultieren verschrieben hat. Allerdings werden auch einige Reitpferde betreut, so dass Sie auch ausreiten können. Es werden sogar Reitrouten organisiert. Wer dem Pferd nicht traut, hat die Möglichkeit seine Erkundungstour auf den Sattel eines Mountainbikes zu verlegen. Das Angebot an Rädern, Ausflugszielen und Touren auf La Gomera ist groß. Schließlich kommen auch Tennisfreunde auf ihre Kosten. Ein großzügiger Court, in einer Bananenplantage gelegen, bietet Raum dafür.
Erholen kann man sich nach einem straffen Programm an den sonnigen Sandstränden der Insel, obschon La Gomera nicht die Badeinsel im typischen Sinne ist. Die stürmischen Wintermonate lassen den üppigen Sandvorrat auch schon mal zusammenschrumpfen. Man trifft eher auf Kieselsteine oder dunkle Strände. Dafür findet man auf der Insel noch hier und da einsame und verlassene Strände oder Buchten, von denen man in romantischer Atmosphäre den Sonnenuntergang genießen kann.
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