Fuerteventura: Land und Leute
Traumhafte Strände und geheimnisvoll schillernde Lavalandschaften, kristallklares Wasser und meterhohe Wellen. Auf der zweitgrößten Kanareninsel schuf die Natur eine einzigartige Symbiose aus Meer, Land und Luft. Kilometerlange phantastische Sandstrände säumen die Küste und schimmern in allen Farbtönen von strahlend weiß über zartgelb bis gold: In den meterhohen, feinsandigen Dünen von Corralejo im Norden und an den kilometerlangen Samtstränden auf der Halbinsel Jandia im Süden finden Sonnensuchende ihr Urlaubsparadies; die konstanten Winde der Westküste lassen Surferherzen höher schlagen. Von Nord nach Süd zieht sich durch das rund 120 Kilometer lange und maximal 30 Kilometer breite Eiland eine dunkle Gebirgskette, faszinierender und zugleich Respekt einflößender Zeuge des Vulkanismus, dem auch Fuerteventura seine Entstehung verdankt. An den Hängen dieser Berge bieten sich malerische Dörfer wie Vega de Rio Palmas mit hunderten Dattelpalmen, Valle de Santa Inés mit beeindruckenden Terrassenfeldern oder die alte Hauptstadt Betancuria mit ihrem denkmalgeschützten Ortskern als lohnende Ziele für Tagesausflüge an.
Die tiefen Schluchten der alten Vulkankegel hingegen sind zu grünen Tälern geworden, in denen Wander- und Naturfreunde auf ihre Kosten kommen. Die zweitgrößte kanarische Insel ist zugleich die am dünnsten besiedelte - viel Platz für Natur also, die es in allen ihren Spielarten zu entdecken gilt. Käsefreunden sei der Ziegenkäse aus Fuerteventura empfohlen. Er erhielt als einziger Käse Spaniens ein staatliches Gütesiegel. Der frische, weiche Käse heißt Queso fresco, je länger er reift, desto fester und ausgeprägter wird er. Der Queso curado hat ein halbes Jahr geruht und ähnelt in der Konsistenz Parmesan.
In den größeren und kleineren Orten entlang der Küste ist auch die Auswahl an Restaurants am größten. Gute Fischlokale gibt es beispielsweise in Pozo Negro, Las Playitas, Tarajalejo, Puerto de la Cruz, La Pared, Ajuy und Cotillo. Allen, die die kanarische Küche ausprobieren wollen, sei eine Fahrt ins Landesinnere empfohlen, wo kleine Lokale typische Eintöpfe und Schmorgerichte servieren. Faustregel: Wo viele Einheimische zusammen kommen, kann das Essen nicht schlecht sein!
Dies gilt auch für die Hauptstadt Puerto del Rosario, wo sich die einheimische Bevölkerung zum Feierabend in Tapas-Bars und Kneipen trifft, um über die Ereignisse des Tages bei einem gemütlichen Glas Vino oder Bier zu plaudern. Rund um die traumhafte Küste Fuerteventuras gibt es ein reichhaltiges (Wasser-)Sportangebot. Ob Tauchen, Hochseeangeln, Segeln oder Surfen - für jede Vorliebe gibt es entsprechende Schulen oder Ausrüster. In der Meerenge des Nordens liegen beeindruckende Tauchreviere mit bizarren Lavaformationen und bunten Fischschwärmen. Eigentlich an allen Küsten kann man segeln oder surfen, es kommt nur darauf an, welche Schwierigkeitsgrade man sich zutraut. Denn die stetigen Winde rund um die Insel lassen sowohl Anfänger als auch Profis das richtige Plätzchen zum Windsurfen oder Segeln finden - manche nennen Fuerteventura auch das ”europäische Hawaii”. Windsurf-Profis versuchen sich sogar an der überquerung nach Lanzarote.
Einen Golfplatz besitzt die Insel bereits, er liegt in La Pared an der Westküste. Architekt Juan Catarimeau berücksichtigte bei der Gestaltung besonders den stetigen Wind, so dass lange Grüns und viele Bäume den Parcour prägen. Fuerteventura besitzt so viele Ferienclubs wie keine andere kanarische Insel. Diese Anlagen bieten ihren Gästen die unterschiedlichsten Sportmöglichkeiten, von Aerobic bis Reiten, von Tennis bis Volleyball. Wer die Insel zu Fuß erkunden möchte, kann sich entweder geführten Gruppen anschließen oder sich auf eigene Faust auf den Weg machen. Auf alle Fälle sollten feste Schuhe und genügend Wasservorräte zur Ausrüstung gehören. Am lieblichsten ist die Landschaft im Januar bis April, wenn die Ebenen und Hügel mit zartem Blütenschmuck bedeckt sind, während der anderen Monate fasziniert der raue Charme der erkalteten Lavaströme und rostroten Felskämme. Vor allem in den Urlaubsorten Jandia Playa im Süden, Caleta de Fustes im Osten und Corralejo im Norden gibt es etliche Discotheken und Bars, in denen Tanzwillige die Nacht zum Tag machen können.
Besonders beliebt in Jandia Playa sind die Disco Stella, die zur Stella Canaris-Anlage gehört, und das Angel’’s beim Aparthotel Atlántica. Die Edel-Disco La Polca am Ortseingang von Caleta de Fustes füllt sich in der Regel erst nach Mitternacht. Doch die größte Auswahl an Clubs, Kneipen und Cocktailbars findet man in Corralejo. Vor allem rund um das Einkaufszentrum Centro Atlantico treffen sich die Nachtschwärmer getreu dem Motto ”Sehen und Gesehen werden”.
Laforte Ventura, “starkes Abenteuer”, steht auf der Landkarte von 1339, auf der Fuerteventura erstmals verzeichnet ist. Den Namen hat die Insel behalten, und noch heute kann jeder Besucher sein eigenes kleines Urlaubsabenteuer hier erleben. Ein Ausflug zu den einsamen Traumstränden und ursprünglichen Orten im Südwesten der Insel führt durch eine wunderbare Sand- und Dünenlandschaft, in der man völlig allein ist mit sich und der Natur. Die Fahrt sollte nur mit dem Geländewagen unternommen werden, da etliche Wege nicht asphaltiert sind. Bei einer Wanderung durch die Lavaberge im Inselinnern hingegen fühlt man sich in eine geisterhafte Mondlandschaft versetzt. Die archaische Kraft der Gesteinsformationen nimmt jeden Betrachter gefangen. Inmitten der dunklen Berge heben sich die weißen Häuser der Orte leuchtend hervor. Hier findet der Besucher typisch kanarische Architektur, liebevoll hergerichtete Museen und sehenswerte Kirchen.
Letztere bilden meist das Zentrum der zahlreichen Feste, die während des Sommers gefeiert werden. Denn zu den schönsten und lebendigsten Kulturgütern Fuerteventuras gehören die vielen religiösen und profanen Festlichkeiten: Jede Stadt und jedes Dorf begeht mit ausgiebigen Feiern, viel Musik und gutem Essen den Tag des Schutzheiligen. Beinahe jede Woche findet in einem anderen Ort ein solches Patronatsfest statt, das in der Regel mit einem sehenswerten Feuerwerk beendet wird.
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