Fuerteventura: Die Geschichte der Insel

Der Normanne Jean de BéthencourtMit ihren 1.732 km2 ist Fuerteventura die zweitgrößte und dabei älteste Insel der Kanaren. Sie ist vulkanischen Ursprungs und nahezu gleichzeitig mit Lanzarote vor etwa 20 Mio. Jahren entstanden.über die erste Besiedlung der Insel streiten sich die Gemüter. Während in einigen geschichtlichen Quellen davon ausgegangen wird, dass die erste Besiedlung um das 11. Jahrhundert v. Chr. durch phönizische Seefahrer erfolgt ist, und andere gar annehmen, dass es keine Ureinwohner gegeben hat, ist doch eher zu vermuten, dass das Gegenteil der Fall gewesen ist. Davon zeugen ihre Spuren auf der gesamten Insel, die Archäologen und Anthropologen nachgewiesen haben und die bis heute auf ihren Ursprung verweisen. Mutmaßlich kamen die ersten Bewohner der Insel gegen Ende der Steinzeit aus dem nordwestlichen Afrika, gefolgt von mehreren Einwanderungswellen von afrikanischen Berberstämmen des früheren mediterranen Typs.  Diese sollen die Bevölkerung der Guanchen gebildet haben, die auf Fuerteventura Majos benannt wurden. Mit der Hauptmotivation des Sklavenhandels kamen ab den 13. Jh. vermehrt Spanier und Portugiesen auf die Insel, die auch Gold vermuteten. Ein großer Teil der Bevölkerung wurde in die Sklaverei abtransportiert.  Nach erfolgreicher Unterwerfung der Insel Lanzarote, landet 1402 der Normanne Jean de Béthencourt auf Fuerteventura und gründet 1405 die damalige Hauptstadt Betancuria. Das 15 Jh. bedeutete für Fuerteventura, wie für alle anderen kanarischen Inseln die totale Eroberung durch das spanische Königreich, die mit der Königsdynastie Schluss machte und mit einer weiteren Ausrottung der Urbevölkerung einherging. Anders als die fruchtbaren Inseln der Kanaren, wurde Fuerteventura wie auch Lanzarote nicht direkt von der spanischen Königin Isabella verwaltet, sondern von Feudalherren kontrolliert, die die Insel nieder gewirtschaftet haben und die Urbevölkerung durch hohe Abgaben in die Armut trieben. In Folge der Ausbeutung der Insel konnte kein Ackerbau mehr betrieben werden, das Land wurde kahl und karg, zusätzliche Piratenangriffe taten ihr übriges. Im 17 Jh. sind auf der Insel nicht einmal 1000 Ureinwohner übrig geblieben. Ein Großteil ist der Versklavung zum Opfer gefallen, ein weiterer Teil hatte die Flucht ergriffen. Am Anfang des 19. Jh. wurden die Kanaren zur Freihandelszone erklärt, die Landwirtschaft Fuerteventuras von Madrid aus wieder angekurbelt. Wirtschaftlich bergauf ging es allerdings erst in den 1960er Jahren, als der Tourismus sich langsam entfaltete und seinen Boom schließlich in den 80ern und 90ern fand.


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