Freizeitangebote auf Fuerteventura

Der Strand von Jandia auf FuerteventuraWelcher Tourist kennt das nicht, das Flugzeug fliegt das Reiseziel an und neugierig schweift der Blick aus dem Fenster, um den ersten Eindruck vom bevorstehenden Urlaub zu erhaschen.  Wer dann auf die zweitgrößte Insel der Kanaren aus der Luft hinunterblickt, stellt fest, dass Fuerteventura eine flache und sehr ebene Insel ist. Kahl und sandig, mit nur wenig kontrastreichen Farben und ablenkender Vielfalt, präsentiert sich Fuerteventura mit seinen weitflächigen grau-braunen Tönen als wüstenartiges Gebilde, das von der unmittelbaren Nähe zur Afrika zeugt. Demjenigen, der sich daraufhin enttäuscht in seine Hotelanlage begibt, um diese dann mit dem dortigen “all inclusive” Angebot nie wieder zu verlassen, entgeht so manches. Die scheinbar triste Insel hat so einiges vorzuweisen, was das hungrige Touristenherz begehrt. Ob nun die endloslangen weißen Strände, die idyllischen Hafenstädte, die romantischen Fischerdörfer, das einheimische Essen, das vielfältige Freizeitangebot, die Kultur oder Geschichte, ein Urlaub auf  Fuerteventura loht auf jeden Fall. 

Flacher und weiter Sandstrand auf FuerteventuraNicht umsonst trägt Fuerteventura den Beinamen “Badeinsel”. Unter allen sieben kanarischen Inseln weist Fuerteventura die schönsten und längsten Küsten auf, die mit feinsandigen Stränden und wundervollem Wasser überzeugen. So besuchen jährlich etwa 1 Million ausländische Touristen die Insel, die selbst nur 31.000 Einwohner hat. über 60% der Urlauber kommen aus Deutschland, gefolgt von Engländern und Skandinaviern.

Insbesondere Sportbegeisterte werden angelockt, denn vom Windsurfen bis hin zum traditionellen Ringen der Einwohner, bietet Fuerteventura so ziemlich alles, was man von einem attraktiven Freizeit und Sportangebot erwartet. Der nahezu permanente, kräftige Wind und die hohen Wellen machen die Insel zu einem Surfparadies, das nicht nur Könner für sich nutzten können.   Während die Profis auf der Costa Calma oder der Playa Barca, dem Eldorado für Surfer mit meist ablandigen Winden, ihrer Passion nachgehen, können Anfänger z.B. an der Caleta de Fustes ihr Glück versuchen, wo die Winde nicht so stark sind.

Fischreiche Gewässer laden zum tauchen vor Fuerteventura einFür Taucher gibt es schöne Reviere im Norden zwischen Corralejo und der vorgelagerten Insel Lobos, wo sie abtauchen können, um die vielen Grotten in der erkalteten Lava zu bewundern oder sich an dem Fischreichtum zu erquicken. Etwas, was auch die Angelbegeisterten erfreut, denn auch die Gewässer um die Kanaren sind allgemein sehr fischreich. Doch nicht nur Wasserratten kommen auf ihre Kosten. Wer zum Beispiel gerne abhebt, kann es mit Paragliding versuchen, wer lieber auf dem Boden bleibt, hat die Qual der Wahl zwischen Reiten, Golfen, einer Jeep Safari, Tennis und einigem mehr.

Betancouria auf FuerteventuraNaturfreunde können sich im Zoologischen Garten oder dem unter Naturschutz stehenden Dünenpark wieder finden. Aber nicht nur das Sportangebot will entdeckt werden. Auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten warten darauf ergründet und erlebt zu werden. So beeindruckt das romantische Fischerdorf Ajuy an der Westküste mit seinen guten Fischrestaurants und der Brandung der Westküste, die besonders an stürmischen Tagen sehenswert ist. Auch den nahe gelegenen Höhlen, die die Brandung des Atlantischen Ozeans in den Fels geschlagen hat, sollte man einen Besuch abstatten. Lohnenswert wäre auch ein Ausflug entlang der Bergstrasse Fv30 in die Berglandschaft der Insel, deren kahles und raues Erscheinungsbild vom besonderen Reiz ist.  Über diese Strasse gelangt man auch in die alte Hauptstadt der Insel Betancuria, die sich malerisch in ein grünes, windgeschütztes Tal einbettet.  Der mittelalterliche Charme dieser Stadt ist auf normannische und spanische Siedler vor rund 600 Jahren zurückzuführen. Von dem normannischen Eroberer Jean de Béthencourt 1405 gegründet und nach diesem benannt, wuchs die Stadt zu wichtigen Größe heran. Heute zeugen nur noch einige kunsthistorisch wertvolle Gebäude von jener Zeit.  Die Hauptstadtfunktion hat jetzt Puerto del Rosario, eine eher ruhige, verschlafene Stadt, deren Stadtbild durch Hafenanlagen beherrscht wird. Wer noch tiefer in die Geschichte Fuerteventuras blicken möchte, sollte sich die Zeichnungen und Felsmalereinen der Guanchen, die Ureinwohner der Insel, nicht entgehen lassen. Vor dem Hintergrund der völligen Ausrottung durch die spanischen Eroberer, stellen sie ein wertvolles geschichtliches Zeugnis dar, das man zum Beispiel in Montana Tindaya oder Barranco del Cavadero erleben kann. 
Das Wrack der SS American Star vor FuerteventuraMindestens genauso abenteuerlich kann die Besichtigung des Wracks des Luxusliners “American Star” sein, das in 100 Metern vor der Küste zwischen dem Strand- Abschnitt Playa de la Solapa und der Playa de Garcey liegt. Am 18. Januar 1994 aus unerklärlichen Gründen dort aufgelaufen, rostet das Wrack seitdem vor sich hin und bietet dem Betrachter am Strand, umrahmt durch eine raue Kulisse, einen imposanten Eindruck. Zu ernst sollte man die Besichtigung allerdings nicht nehmen, verrostete, spitze Teile in unmittelbarer Nähe zum Wrack kosteten so manchen Touristen  auf seiner Schwimmstrecke das Leben.

Ob man Kultur nun in Pajara erlebt, deren Gutshäuser mit den typisch kanarischen Holzbalkonen das Auge des Touristen erfreuen, ob in La Olivia, deren Straßen mit Palmen, Akazien und historischen Bauten des 18. und 19. Jahrhunderts das Bild der Stadt prägen, eines steht fest, man muss nicht unbedingt am südlichsten Punkt Fuerteventuras den Leuchtturm von Jandia besteigen, um festzustellen das die Insel von West nach Ost, von Süd nach Nord so einiges an Sehenswerten zu bieten hat. 

Das Nachtleben von Corralejo auf FuerteventuraAber auch diejenigen, die nach sportlicher Betätigung und Besichtigung der Insel noch nicht müde sind und ins Nachtleben abtauchen möchten, werden nicht enttäuscht. Obschon es keine riesigen Vergnügungszentren wie in den Massentourismus-Plätzen auf dem Festland gibt und auch sonst alles überschaubarer ist, als auf den anderen kanarischen Inseln, bietet Fuerteventura dennoch für jeden Geschmack etwas an. Individueller und persönlicher geht es in den Bierkneipen, Musikbars oder den kanarischen Tavernen zu, als anderswo, was aber nicht heißt, dass man keine Gelegenheit hat das Tanzbein zu schwingen. Viel Abwechslung wird zum Beispiel in dem nördlichen Ort Corralejo geboten, wo vor allem junge Menschen zwischen zahlreichen Clubs entscheiden können. Ob Waikiki-Bar, Tequila oder La Cara, im Ort der Aktionsurlauber ist immer was los. Ältere Semester kommen zum Beispiel im Rock Café auf ihre Kosten. Weit verbreitet, da auch bei den Einheimischen sehr beliebt, sind auch Karaoke-Kneipen, die in nahezu allen Gebieten anzutreffen sind. Ansonsten befinden sich die meisten Diskotheken direkt in den Ferienanlagen oder Ferienzentren. 

Die Nachbildung von Guanchen - den ausgerotteten Ur-CanariosAll das kann also an dem Pauschaltouristen, der seine “all inclusive” Reise angetreten hat und sich hinter den Hotelmauern der Entspannung widmet, vorüberziehen. Er wird nicht in den Genuss von sehr gutem, einheimischen Essen kommen, wird nicht die Kultur des Landes kennen lernen, geschweige denn Kontakte zu den Einheimischen aufbauen. Er wird nach Hause fliegen und es wird keinen Unterschied machen, ob er nun auf Fuerteventura oder in der Türkei gewesen ist. Bedauernswert, nicht nur für den Touristen, denn solches Reiseverhalten zieht auch negative Folgen für die heimische Wirtschaft nach sich. Unglücklicherweise wird diese Entwicklung von den großen Tourismusveranstaltern vorangetrieben, in dem sie ganze Landstriche aufkaufen, Politiker für sich gewinnen und aus Profitgier und zunehmender Konkurrenz der Billiganbieter untereinander, die Angebote außerhalb der Hotelanlage als fragwürdig, schmutzig und sogar gefährlich abwerten und damit ihre Pleite bewirken. Fuerteventura ist unter den kanarischen Inseln insbesondere betroffen, denn mit 45 Hotelanlagen mit samt 43.000 Betten, liegt die Insel an der Spitze der “all inclusive” Anbieter. Die verheerenden Folgen lassen sich an dem Ort Jandia aufzeigen, wo sich 80% dieser Hotelanlagen befinden. Kneipen, Restaurants, Basare, Cafeterias oder Supermärkte, in nur 18 Monaten haben 70 Geschäfte auf Grund des neuen Tourismusverhaltens schließen müssen. 
Das Land und die Leute wollen entdeckt werdenDas paradoxe ist, das selbst die Hotelbetreiber langfristig gesehen nicht davon profitieren werden, denn wenn nicht mit Fuerteventura als Ort, sondern nur mit “Hauptsache billig” geworben wird, dann wird der Tourist auf günstigere Angebote der Schwellenländer ausweichen können, denn Hotelanlagen können überall die gleichen Standards bieten. Ist es die Hotelanlage, in die wir uns um Urlaub verlieben, oder ist es nicht eher doch das Land mit seinen Besonderheiten, seiner Kultur und seinen Menschen? Ein Prozess des Umdenkens scheint zwingend erforderlich.


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