Freizeit- und Sportangebote auf El Hierro
Freizeit steht auf der kanarischen Insel El Hierro ganz im Zeichen von Ruhe und Entspannung. Wer eher in die Natur als ins Nachtleben eintauchen möchte, ist auf El Hierro auf jeden Fall goldrichtig. Hier wird man keine ausgebauten Tourismusorte antreffen, keine Hotelruinen oder Betonburgen, dafür aber eine atemberaubende Landschaft, die sich durch ihre Naturbelassenen Wälder, bizarre Buchten, felsigen und Steilabfallenden Küsten auszeichnet.
Flora und Fauna, Mensch und Tier kommen sich hier nahe. El Hierro ist ein Musterbeispiel für das, was man sanften Tourismus nennt. Momentan stehen ungefähr 1000 Betten zur Verfügung, eine Steigerung wird nur langsam und umweltverträglich erfolgen. Die UNESCO hatte ihre Gründe, warum sie El Hierro vor kurzem zum Biosphärenreservat ernannt hat. Als Urlaubsziel ist die kleinste Insel der Kanaren also bis heute kaum bekannt… und das genau macht den Charme von El Hierro aus!
Am besten erlebt man die Faszination El Hierros zu Fuß, denn dem Wanderfreudigen bietet die Insel ein wahres Paradies. Das milde Klima der Kanaren trifft auf eine vielfältige Landschaft, die man hier noch in ihrer Einsamkeit erleben kann. Zahlreiche Wanderwege durch verschiedene Höhenlagen und beeindruckende Steilhänge führen durch eine subtropische Vegetation in den fruchtbaren Zonen, aber auch durch schroffe vulkanische Landschaften, die einen spröden Charme verbreiten. Sukkulenten, Kakteen und Agaven prägen das Bild in der halbfeuchten Zone, Lorbeerbäume in der nebelfeuchten Zone. Der höchste Berg ist der Pico de Malpaso mit 1500 Metern. Nicht ganz so hoch, denn auf 1000 Metern Höhe findet sich im Inneren der Insel ein Wahrzeichen El Hierros, der heilige Baum der Ureinwohner, der eigentlich ein Stinklorbeer ist.Tierfreunde sollten auf ihrer Erkundung Ausschau halten, denn unter allen kanarischen Inseln verfügt El Hierro über die artenreichste Reptilienwelt. Die Attraktion schlechthin ist die ausgestorben geglaubte Rieseneidechsen Lagarto gigante, die auf der Insel seit Urzeiten heimisch sind.
Das größte Reptil der gesamten Kanaren ist allerdings die Meeresschildkröte und lebt in den Küstengewässern. Vielleicht begegnen Sie dieser bei einem Tauchgang. El Hierro gilt ohnehin als Tauchparadies, denn hier erleben Sie klare und an Exoten fischreiche Gewässer, Grotten und bizarre Landschaftsformen. Das Zentrum für Taucher ist La Restinga im Süden der Insel. Wer aber lieber an der Wasseroberfläche plätschert und dem Badevergnügen frönt, wird vielleicht ein wenig enttäuscht sein. El Hierro ist keine typische Badeinsel mit kilometerlangen Stränden. Das Meer ist meist stürmisch, an wenigen ausgesuchten Stränden kann man zwar im Meer baden, sollte vorher aber das Wasser vorher beobachten, denn die Wellen können unberechenbar sein. Kein Grund den Kopf in den Sand zu setzen, denn es wurden auf der Insel einige so genannte Naturschwimmbecken am Meer angelegt, die die Strömung und Wellenbrecher festhalten.
Wer in seinem Naturabenteuer doch noch die Sehnsucht nach Zivilisation und geschäftigen Leben verspürt, muss nicht unbedingt auf die anderen kanarischen Inseln übersetzen. Die Hauptstadt Valverde ist zwar mit ihren 2000 Einwohnern im Vergleich zu den anderen kanarischen Hauptstädten eher ein idyllisches Dorf, zumal es oft in Nebel eingehüllt wird, doch geht es hier durchaus nicht verschlafen zu. Naben einigen Geschäften, Banken, Bars und Restaurants findet sich tatsächlich auch eine Diskothek. Diese allerdings sollten Sie vorzugsweise am Samstag besuchen, denn nur dann loht es das Tanzbein zu schwingen.
Valverde loht aber allein schon wegen seines großen zentralen Platzes, der Plazza Principal. Hier steht die imposante Kirche Santa Maria de la Conception und beeindruckt mit ihrer Holzdecke und einem barockem Altar. Der Platz wird außerdem durch das am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute Rathaus geschmückt, dass Einblicke in den altkanarischen Stil gewehrt. Demjenigen, dem sich die Stadt immer noch als zu ruhig erweist, sei geraten in die fruchtbarste Gegend der Insel aufzubrechen, denn dort liegt das Golftal und der Ort Tigaday, der fast schon touristisch anmutet. Vergleichsweise finden sich hier viele Geschäfte, Bars und Kneipen, so dass das Feiern auch nicht zu kurz kommt. Von da aus ist es auch nur noch ein Katzensprung in das Museumsdorf Guinea, in dem verschiedene Häuser aus der Kolonialzeit präsentiert werden. Das Tal insgesamt ist ein landwirtschaftliches Zentrum, in dem man Einheimische in ihrem Alltag erleben kann. Die El Hierros sind sehr regionalpatriotisch. Wenn man bedenkt, dass das Land vor gerade Mal 30 Jahren sehr dünn besiedelt war und als schlechtes Land galt, kann man dies auch nachvollziehen. Es sind sehr gastfreundliche Menschen, die allerdings zunächst misstrauisch wirken. Vermutlich liegt es auch daran, dass hier der Tourismus nicht die gleiche wirtschaftliche Rolle spielt, wie auf den anderen kanarischen Inseln. Es lohnt jedoch allemal mit den Einheimischen warm zu werden, denn auf den ganzen kanarischen Inseln finden sie keinen besseren Ort um die kanarische Küche so richtig zu genießen.
Alles in allem verzaubert die Insel El Hierro also auf ihre ganz besondere Art. Ein ideales Reiseziel für Individualtouristen, die nicht schon vor dem Urlaub wissen möchten, was sie erwartet, was es zu erleben gibt!
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