Wer sich im Urlaub nicht zwischen Berg und Meer entscheiden kann, dem sei Teneriffa empfohlen. Die größte Kanareninsel ist ein “Miniaturkontinent”, auf dem imposante Bergwelten und feinste Sandstrände nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind.
Schon beim Anflug ist der imposante Vulkankegel des Pico del Teide nicht zu übersehen, mit 3.718 Metern darf er sich sogar höchster Berg Spaniens nennen. Im Winter ist der Gipfel oft schneebedeckt, so dass Urlauber die Möglichkeit haben, am Vormittag Schlitten zu fahren und am Nachmittag im wohltemperierten Meer zu baden. überhaupt präsentiert sich Teneriffa als Insel der Vielfalt mit subtropischen Regenwäldern, atemberaubenden Schluchten, schaurig-schönen Mondlandschaften und einladenden Sandstränden. An der Nordseite der hohen Gebirge stehen die Täler im satten Grün, und Wanderfreunde entdecken eine beinah exotisch anmutende Pflanzenvielfalt inmitten einer ursprünglichen Gebirgslandschaft.
In den flacheren Küstenregionen erstrecken sich weite Bananenplantagen - ein Besuch der Bananera El Guanche schließt eine Kostprobe der süßen, aromatischen kanarischen Variante ein. Im Süden hingegen sorgen trockene, warme Fallwinde für das stabilste Badewetter des gesamten Archipels. Ein Umstand, den Wassersportler, Badenixen und Sonnenanbeter wohl zu schätzen wissen, die hier eine erstklassige touristische Infrastruktur mit einem vielfältigen Angebot vorfinden. Ein Ausflug zu den imposanten von der Natur geschaffenen Basaltsäulen Los Gigantes an der Westküste oder zur bizarren Kraterlandschaft rund um den Teide bleibt unvergesslich und erinnert an die vulkanischen Ursprünge Teneriffas.
Die Küche Teneriffas ist eine Mischung aus spanischen und altkanarischen Einflüssen. Insgesamt überwiegt eine deftige Kost, die vor allem gut sättigen sollte. In den Küstenregionen ist frischer Fisch selbstverständlicher Bestandteil, ob gebraten, gesotten oder im Eintopf. Weiter im Innern werden Fleischgerichte wie Kaninchen oder Zicklein serviert, kräftig gewürzt oder mariniert. Oder mehrere Fleischsorten werden in einem deftigen Eintopf, dem Puchero canario, mit Gemüse und Kichererbsen gekocht. Dazu wird überall Gofio serviert, gerösteter und fein gemahlener Weizen oder Mais. Dieses Pulver muss nur noch mit Wasser, Milch oder Brühe vermischt werden, es wird gesalzen oder gesüßt gegessen und kleinen Kindern ebenso vorgesetzt wie als kleiner Snack zwischendurch genossen. Eine besondere Spezialität sind Papas arrugadas, ”Schrumpelkartoffeln”, die mit Schale in extrem salzhaltigem Wasser gekocht werden.
Dazu isst man entweder die scharfe Mojo rojo, ”rote Soße”, oder die mildere Mojo verde, ”grüne Soße”. Käsefreunden sei der Ziegekäse aus Arafo oder Arico im Süden Teneriffas empfohlen, als Andenken sehr beliebt sind auch Ginsterblütenhonig vom Teide oder Bananenlikör. Der Wein auf Teneriffa hat einen sehr guten Ruf, viele verschiedene Sorten werden hier angebaut - oftmals von Hobby-Winzern, die nur kleine Weinberge bestellen. Das wichtigste Anbaugebiet ist Tacoronte-Acentejo im Nordwesten. Hier wachsen fruchtige Rotweine. Im Süden zwischen Arico und Cumbres de Abona werden vor allem weiße Trauben geerntet, die teilweise etwas rauchig nach ”Vulkan” schmecken.
Vor allem in den großen Ferienzentren im Süden der Insel gibt es ein reichhaltiges (Wasser-)Sportangebot. Ob Tauchen, Segeln oder Surfen - für jede Vorliebe gibt es entsprechende Schulen oder Ausrüster. Die Unterwasserwelt vor den Küsten bietet Tauchern attraktive Reviere; die stetigen Winde rund um die Insel lassen Anfänger und Profis das richtige Plätzchen zum Windsurfen und Segeln finden. Als bestes Surfrevier gilt die Küste vor El Médano im Südosten der Insel mit regelmäßigen Windstärken zwischen fünf im Sommer und acht im Winter. Am goldgelben Traumstrand Playa de las Teresitas, der in nördlich der Hauptstadt an einer schönen Bucht mit Saharasand geschaffen wurde, finden Sonnenanbeter, Schwimmer und Funsportler bestimmt ihr kleines Paradies. Die Bergwelt der Insel stellt für Mountainbiker eine echte Herausforderung dar und hält zugleich wunderschöne Landschaften und Eindrücke bereit.
Wer die Insel zu Fuß erkunden möchte, kann sich entweder geführten Gruppen anschließen oder sich auf eigene Faust auf den Weg machen. Auf alle Fälle sollten feste Schuhe und genügend Wasservorräte zur Ausrüstung gehören. Auf mehreren Golfplätzen in reizvollen Landschaften können Spieler ihr Handicap verbessern. Tennisplätze finden sich in den meisten großen Hotelanlagen, in den größeren Orten stehen aber auch Courts und Kurse für alle Urlauber zur Verfügung. Vor allem in Playa de las Américas haben Nachtschwärmer die Qual der Wahl zwischen unzähligen Restaurants, Pubs, Kneipen, Clubs und Discotheken. Am besten beginnt man den Abend in einem Straßencafé oder kleinen Bar zum Aufwärmen, ehe man gegen 21 Uhr ein Lokal zum Essen aufsucht und nicht vor Mitternacht die erste Discothek ansteuert. Vor allem in den großen Einkaufszentren Verònica 1, 2 und 3 reihen sich die Ausgehmöglichkeiten dicht an dicht. Beliebt bei Jugendlichen ist das Prisma’s, das Publikum zwischen 25 und 40 wird im Macarena fündig, und Liebhaber lateinamerikanischer Rhythmen sollten das Banana Garden im Palm Beach Hotel besuchen.
Spielernaturen können im Casino des Hotels Gran Tinerfe bei Roulette, Black Jack oder am Einarmigen Banditen ihr Glück versuchen. Auch die Hauptstadt Santa Cruz besitzt ein Casino - im eleganten Ambiente des Hotels Mencey. Beliebt ist das Bar- und Kneipenviertel rund um die Plaza de la Paz. Discotheken sind eher in den Randbezirken der Hauptstadt anzutreffen. Wer gerne kanarische Gerichte kennen lernen möchte, muss allerdings ins Landesinnere oder an die Küsten außerhalb der Feriengebiete fahren. Hier bieten die meisten Orte, die über einen kleinen Hafen verfügen, günstig fangfrischen Fisch an, im Hinterland kommen vor allem deftige Fleischgerichte auf den Tisch. Als Faustregel gilt: Wo viele Einheimische zusammen kommen, kann das Essen nicht schlecht sein! Geprägt von den Patronatsfesten der spanischen Heimat und den südamerikanischen Erfahrungen der zurückgekehrten Auswanderer, wird auf Teneriffa gern und viel gefeiert. So gehören die vielen Feste und Bräuche auch zu den schönsten und lebendigsten Kulturgütern der Insel. Im Sommer begeht jede Stadt und jedes Dorf mit ausgiebigen Feierlichkeiten, viel Musik und gutem Essen den Tag des Schutzheiligen. Beinahe jede Woche findet in einem anderen Ort ein solches Patronatsfest statt, das in der Regel mit einem sehenswerten Feuerwerk beendet wird. Doch der Höhepunkt eines jeden Festjahres ist der Karneval, der mit lateinamerikanischen Rhythmen, aufwändigen Kostümen und fantasievollen Beiträgen wochenlang ausgiebig gefeiert wird.
Kulturinteressierte finden in der traditionellen Architektur und Sakralkunst sehenswerte Objekte auf der ganzen Insel. Der so genannte Kanarische Stil ist eine lokale Variante des Baustils der Araber, der auch nach der Rechristianisierung in Spanien erhalten blieb. Diesen Mudéjar-Stil führten andalusische Einwanderer auf den Kanaren ein. Charakteristisch sind auf Teneriffa kubische, weiß gekalkte Hauser mit reich ornamentierten Balkonen aus Holz. Je mehr Holz an einem Haus verarbeitet war, desto reicher präsentierte sich sein Besitzer, denn Holz war auf den Kanaren immer ein kostbarer Rohstoff. Schöne Beispiel dafür gibt es in Orotava