Träumen wir nicht alle ein wenig davon? Urlaub fern ab von dicht aneinander gedrängten Betonhochburgen, überfüllten Stränden und künstlich erschaffenen Touristenorten, in denen man eher auf seinen Nachbarn trifft, als auf Einheimische?
Wo ist der Ort, in dem man Ruhe und Entspannung findet, die Seele beim Spaziergang durch eine faszinierende Landschaft baumeln lassen oder ins Meer abtauchen kann, um eine artenreiche Unterwasserwelt zu bestaunen?
Vielleicht würde man diesen Ort nicht gerade auf der kanarischen Insel La Palma vermuten, wächst doch der Bekanntheitsgrad der Insel kontinuierlich. Und dennoch, nach wie vor ist La Palma ein typisches Ziel für Individualreisende, denn hier trifft man auf einen ländlich, bäuerlichen Tourismus, der auch in Hochsaisonzeiten genug Raum für Ruhe und Entspannung lässt.
Insbesondere Wanderliebhaber haben La Palma für sich entdeckt. Nicht zufällig! Die Insel ist voller Gegensätze, sie vereint verschiedene Landschaftsausprägungen und Vegetationszonen mit einzigartigen Pflanzen auf überschaubarem Raum und ist sehr gut mit Wanderwegen erschlossen. La Palma setzt sich aus zwei geomorphologisch deutlich unterschiedlichen Teilen zusammen. Das Hochbergmassiv, die Cumbre, teilt die Insel und bildet eine Art Wetterscheide. Der ältere Norden der Insel ist von tiefen Schluchten zerklüftet und mit dichter Vegetation überzogen. Der jüngere Süden deutet mit schwarzer Asche und Lavaströmen auf seine noch andauernde Vulkanaktivität hin. Dennoch ist La Palma die grünste Insel der Kanaren, etwa nicht mit Palmen bewachsen, wie der Name vermuten lässt. Ausgedehnte Bananenplantagen und großflächige Kiefernwälder überdecken vor allem den Norden und die Höhenlagen der Insel. Aber auch Regen- und Lorbeerwälder und gar Wasserfälle prägen die Landschaft der Insel. Besonders beliebt unter Wanderfreunden sind die Wege durch die Schluchten des Caldera-Gebirges. Das Weltnaturschutzgebiet von Los Tilos und der Nationalpark Caldera de Taburiente wollen entdeckt werden und laden ebenso zum Wandern ein. Wanderlustige sollten auch einen Abstecher in den Vogelpark El Paso auf der sonnigen Westseite der Insel wagen. Das Spezialgebiet des botanischen Gartens sind Vögel, Frucht- und Insektenfresser sowie auch Schwarzohrpinseläffchen, welche vom Aussterben bedroht sind.
Wer im November oder Dezember die Insel erkundet kommt in den Genuss reichlich spießende Pilze sammeln zu können. Diejenigen, die nicht so gerne wandern, auf das Naturschauspiel der Insel aber nicht verzichten wollen, leihen sich einfach Fahrräder, denn natürlich lassen sich auf La Palma auch tolle Bikingtouren unternehmen. Ausgerüstet mit angemessener Regenbekleidung kann man sich getrost in die Höhen La Palmas stürzen.
Sehenswert sind aber nicht nur die Höhen der Insel. Faszinierend sind auch die Tiefen, die jedem Taucherliebhaber eine artenreiche Unterwasserwelt vulkanischen Ursprungs präsentieren. Vor der Kulisse bizarrer Steilwände, Canyons, Lavabögen, Spalten und Grotten entdecken Sie Algen, Seesterne, Seeigel, Austern, Steckmuscheln, Schnecken, Molche, Krebse, kleine Korallen, Anemonen, Langusten, Tintenfische und Tiefeseegarnelen, um nur einige zu nennen. Angenehme Wassertemperaturen von 20° C im Winter und bis zu 26° C im Sommer sowie eine Sichtweite bis zu 50 Metern lassen das Herz schon mal höher schlagen. Jeder der auf den Geschmack gekommen ist kann das vielfältige Angebot an Tauchkursen auf der Insel nutzen. Diejenigen die sich einen Adrenalinkick durch die Bekanntschaft mit Haien verschaffen wollen, werden enttäuscht und sollten dazu das weitere Freizeitangebot der Insel nutzen.
Wie wäre es mit einem Tandemsprung? Am Strand von Puerto Naos ist ein Adrenalinausstoß bei einem Tandemsprung vorprogrammiert. Oder lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen und genießen das Freiheitsgefühl auf dem Sitz eines Motorrads, das Sie auf La Palma ausleihen können. Das Geräusch des Motorradmotors bringt das Adrenalin bei manch einem schon ins Wanken. Ebenso aufregend kann es sein im Sattel auf einem Pferd auszureiten. Egal ob Sie zu Fuß Motorrad, Tandem oder Pferd, die Insel erkunden, die Freizeitgestaltung ist alles andere als langweilig.
Doch auf Ruhe und Erholung muss auf La Palma ebenso wenig verzichtet werden. Tagsüber kann man sich an den verschiedenen Stränden der Entspannung widmen oder den Ausgleich beim Baden suchen. Die Strände La Palmas sind verhältnismäßig klein und mit dunklem, meist etwas groben Lavasand bedeckt. Lange, Weißschimmernde Strände, wie auf den anderen Kanaren wird man auf der Insel nicht finden, überfüllte Liegeplätze ebenso wenig. So lässt sich der Sonnenuntergang beim Singsang der Wellen so richtig genießen. Die einzige Bettenburg als Relikt der Anfangsjahre des Tourismus steht in den Ferienort Puerto Naos. Wenn Sie nicht gerade dort unterkommen, haben Sie die besten Chancen den Atlantikblick auch von den zahlreichen Land- und Ferienhäusern zu genießen.
Entspannende Abende erleben Sie aber nicht ausschließlich am Strand. Die Nächte von La Palma sind gemütlich, ein Paradies für Nachtschwärmer und Partyfreunde ist La Palma nicht. Dafür überzeugt das Angebot in netter Atmosphäre erlebnisreiche Tage bei rustikalem oder typischem Essen, einem Wein oder Bier ausklingen zu lassen. Die traditionelle palmerische Küche tischt so einiges auf und bedient sich dabei von dem, was die Insel so zu bieten hat. Fisch, Fleisch, Ziegenmilch und Ziegenkäse, Früchte, Getreide und Kartoffeln werden liebevoll angerichtet und mit der für La Palma typischen rot getrockneten Sause Mojo verfeinert. Diese gibt es in den zahlreichen Varianten und sollte probiert werden.
Strandkneipen, Restaurants aber auch Disko und Tanz findet man in Los Cancajos oder der Inselhauptstadt Santa Cruz, die sich weiß leuchtend in eine Meeresbucht schmiegt. Hier erlebt man auch zahlreiche interessante Musik- und Theaterveranstaltungen und Kunstausstelllungen unterschiedlicher Richtungen. Wie auf allen kanarischen Inseln ist Santa Cruz als Hauptstadt La Palmas, der Ort schlechthin, wo sich die inseltypischen Fiestas erleben lassen. Höhepunkt am Rosenmontag ist der Dia de los Indianos. Dieser kann als Anlass genutzt werden etwas von den Inselbewohnern mitzubekommen, die sonst sehr eng im Familienverbund leben. Offen und freundlich werden sie empfangen, für ein Schwätzchen haben die Palmeros immer Zeit.
Wenn Sie dann nach einem erlebnisreichen Tag auf La Palma vom ihren Balkon ins offene Meer schauen, den Wellen lauschen und sich in Schlafstimmung begeben, werden Sie beschwingt feststellen, dass der Traum vom perfekten Urlaub nicht mehr nur geträumt werden muss.